Die Geschichte
Es begann nicht mit mir.
Einer Geschichte, die nicht nur meine eigene ist, sondern die meines Vaters.
Meine Wurzeln liegen in Bosnien und Herzegowina – einem Land, das für viele Menschen mit Schmerz und Verlust verbunden ist, für mich aber auch für Stärke, Mut und die Kraft, immer wieder neu anzufangen.
Mein Vater war schon als Kind künstlerisch begabt. Er malte, zeichnete und modellierte mit seinen Händen alles mögliche. Sein Talent führte ihn an eine der renommiertesten Kunstuniversitäten in Sarajevo – eine Hochschule, an der damals vor allem Kinder wohlhabender, einflussreicher und angesehener Familien studierten. Dass er dort aufgenommen wurde, verdankte er nicht seinem Namen oder seiner Herkunft, sondern allein seiner Kunst.
Die Geschichte
Doch das Leben hatte andere Pläne.
Mit dem Ausbruch des Bosnienkrieges zerbrach nicht nur ein Land, sondern auch ein Leben, das gerade erst begonnen hatte. Mein Vater kämpfte an der Front für seine Heimat, bevor er schließlich gemeinsam mit seiner Mutter und seiner jüngeren Schwester nach Deutschland fliehen musste.
Damit ließ er alles zurück: seine Heimat, seine Träume, und irgendwann auch seine Kunst.
In Deutschland begann er ein neues Leben. Er arbeitete, baute sich eine Existenz auf und wurde Gefahrengutfahrer. Die Kunst, die ihn einst auszeichnete, verschwand immer mehr aus seinem Alltag. Mit den Jahren legte er nicht nur seine Stifte und Pinsel zur Seite, sondern auch einen Teil seiner Vergangenheit.
Heute kennen ihn die meisten Menschen nur als den Mann, der täglich auf Deutschlands Straßen unterwegs ist.
Ich kenne ihn als den Künstler, der nie aufgehört hat einer zu sein.
Die Realisation
Als Kind erinnere ich mich noch genau an einen Moment.
Als wir im Keller nach etwas ganz anderem suchten, stießen wir auf ein großes, verpacktes Bild. Genauer gesagt ein Portrait. Darauf war meine Mutter zu sehen – als junge Frau, gezeichnet von meinem Vater zu der Zeit, als sie sich gerade erst kennenlernten.
Ich war vielleicht drei oder vier Jahre alt - und ich erinnere mich noch heute an meine Gedanken.
Ihre Augen wirkten so lebendig. Jeder Blick, jedes Detail, jede Schattierung war so präzise, dass ich zum ersten Mal begriff, wozu ein Mensch mit seinen eigenen Händen fähig sein kann.
Heute verstehe ich, warum dieses Portrait mich nie losgelassen hat.
Meine Inspiration
In Kunst liegt Beständigkeit.
Ich male nicht, um in die Fußstapfen meines Vaters zu treten, sondern um den Weg weiterzugehen, den das Leben ihm genommen hat.
Mit jedem Werk versuche ich deshalb, etwas zu erschaffen, das bleibt. Mit Strukturpaste modelliere ich jede Form von Hand und lasse Oberflächen entstehen, die nicht nur betrachtet, sondern erlebt werden wollen. Keine meiner Arbeiten gleicht der anderen – genau wie keine Lebensgeschichte der anderen gleicht.
Meine Inspiration finde ich in der Natur, in meinen Erlebnissen, in meinen Träumen, im Zusammenspiel von Realität und Fantasie und in der Schönheit des Unvollkommenen. Ich glaube daran, dass Kunst nicht laut sein muss, um etwas in uns zu bewegen. Manchmal genügt ein einziges Werk, um einen Raum zu verändern – oder einen Menschen.
Mein Traum
Vielleicht ist genau das der Grund, warum ich heute Kunst mache.
Weil ich hoffe, dass die Leidenschaft meines Vaters nie wirklich verloren gegangen ist.
Dass sie nur darauf gewartet hat, in einer neuen Generation weiterzuleben.
Jedes meiner Werke trägt deshalb nicht nur meine Handschrift.
Es trägt auch ein Stück einer Geschichte.
Und vielleicht gelingt es mir auch dadurch eines Tages, den Künstler in ihm wieder zu wecken.
Die Bedeutung
YANARA NOVA
Ich wollte einen Namen schaffen, der nicht an eine einzelne Person gebunden ist, sondern an eine Idee.
Yanara steht für Kreativität, Intuition und den Mut, etwas Eigenes zu erschaffen.
Nova bedeutet „neu“ – ein Symbol für Neuanfang, Entwicklung und die Kraft, aus Vergangenem etwas Neues entstehen zu lassen.
Gemeinsam steht Yanara Nova für genau das, was meine Kunst ausmacht:
die Verbindung von Geschichte und Zukunft, von Erinnerung und Neubeginn. Jedes Werk erzählt seine eigene Geschichte und lädt dazu ein, den Raum mit Ruhe, Tiefe und Persönlichkeit zu erfüllen.